Afrikanische Länder einigen sich auf Nachhaltigkeitsplan für Kakao

Verfasst von Nina

Einen großen Schritt gegen die Ausbeutung der Kakaobauern haben nun 14 afrikanische Länder beschlossen. 250 Delegierte haben sich nun auf einem Symposium, das vom US-Konzern Mars Inc. gesponsert wurde, zusammengefunden und sich unter Leitung des Präsidenten von Ghana, John Agyekum Kufuor, auf einen 30 Jahres Plan zur Nachhaltigkeit des Kakaoanbaus geeinigt.

Finanz-, Wirtschafts- und Agrarminister der 14 Länder diskutierten lange mit Wissenschaftlern, Farmern und anderen Experten um der Armut und der Ausbeutung Herr zu werden. Rund 70% des weltweiten Kakaobedarfs kommt aus Afrika. Hier schuften die Bauern meist für nicht mal einen Hungerlohn auf den Plantagen. Kinderarbeit ist an der Tagesordnung.

Den afrikanischen Ländern selbst fehlen meist die finanziellen Mittel um sich aus dem Würgegriff dieser westlichen industriellen Ausbeutung „freizukaufen“. Einige Unternehmen haben ja bereits begonnen FairTrade Programme zu unterstützen. Der Hersteller von u.a. Süßigkeiten und eben Schokolade Mars hielt davon bisher wenig. Der Konzern sagte, dass der Nutzen solcher Programme nur von geringer Dauer sei. So haben sie sich einer ganz neuen Idee zugewandt. Und zwar haben ihre Wissenschaftler es fast geschafft die Gene des Kakaobaums zu knacken. So könnte man das Gen ausfindig machen, das für die Gesundheit und den Ertrag der Pflanze zuständig ist. Mars möchte so Kakaobäume züchten, die mehr Ertrag haben und fast gar nicht anfällig für die üblichen Krankheiten sind.

Diese Informationen wollen in der Öffentlichen Datenbank für landwirtschaftliches geistiges Eigentum (PIPRA) für alle zugänglich veröffentlichen. Und eben diese Kakaobäume sollen dann den afrikanischen Ländern zur Verfügung gestellt und für sie gezüchtet werden.

Der 30 Jahres-Plan sieht außerdem vor, die Landwirtschaft allgemein zu modernisieren.

Ob Mars damit wirklich etwas Gutes schaffen kann und will, ist bis jetzt noch unklar. Klappt dieser Plan, könnte er wirklich nachhaltig die Kakaobauern fördern und zu ihrem Erfolg beitragen.

„Ich erwarte große Anstrengungen, um den neuen Consensu Plan zu implementieren, damit unsere Farmer nicht nur überleben, sondern auch unter den jetzigen schwierigen ökonomischen Bedingungen erfolgreich sind. Es ist meine Hoffnung, dass der nachhaltige Kakao-Plan als Modell für andere Bauern und andere landwirtschaftliche Güter in Ghana und in gesamt Afrika dienen wird“, so der Präsident Ghanas. Kakao soll also zum Gut werden, das Erfolg bringt und Menschen so aus der Armut zieht…

Doch steckt hinter dem Ganzen von Mars nicht wieder irgendein Plan? Wo kommt das Geld her? Wie wird die genetisch veränderte Pflanze auf die Umwelt reagieren? Wie sollen die Kakaobauern genau an die Pflanzen kommen? Wer kontrolliert, dass alle davon etwas erhalten, und, dass Kinderarbeit und Hungerlöhne gestoppt werden? Fragen über Fragen, von denen bisher noch keine beantwortet wurde.

Man kann nur hoffen, dass es wirklich was bringt…


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